Es stieg aus dem Herzen auf:
»Vor dir kniet mein zerrissenes Leben . . . Gedenke meiner: ich bin so arm . . .«
Die Gestalt blieb stehen; sie streckte flehend die Hände gegen die leeren phosphoreszierenden Stellen zwischen den Ästen; sie streckte die Hände gegen das Licht, das dort aus dem Garten des kleinen Landhauses schimmerte:
»Aber höre, höre: auf einen bloßen Verdacht hin . . . Ohne seine Erklärung abzuwarten . . .«
Eine befehlende Hand zeigte gegen das erleuchtete Fenster hinter den schwarzen, knirschenden Sträuchern.
Da schrie die schwärzliche Gestalt plötzlich auf und stürmte vorwärts; und hinter ihr her stürzten die schwarzen Astgebilde, die zusammen mit dem sandigen Strand ein seltsames Ganze bildeten, aus dem heraus schauerliche, undefinierbare, nirgends vorhandene Bedeutungen entstanden; die schwärzliche Gestalt rannte mit der Brust an das Gitter eines Gartens an; sie kletterte über das Gitter und glitt lautlos, mit den Stiefeln an den bereiften Gräsern hängen bleibend zum grauen Haus, wo sie erst vor kurzem gewesen, wo aber jetzt alles für sie — ganz anders war.
Vorsichtig schlich sich die Gestalt bis zur Terrasse vor und drückte die Hand an die Brust; mit zwei Sprüngen war sie dann an der Glastür; der Vorhang war nicht zugezogen; hinter dem Fenster breitete sich Licht.
Dort sah man . . . —
Auf dem Tisch stand der Samowar; daneben stand ein Teller mit dem Rest eines Koteletts; man sah eine Frauennase und dazu ein unangenehmes, etwas verlegenes, verstimmtes Gesicht. Mit einem Arm auf den Tisch gestützt saß dort Lipantschenko; der andere Arm hing frei vom Sessel herunter, auffallend war die Breite der Handfläche, die Kürze der fünf Finger, die wie abgehackt aussahen . . . —
In zwei Sprüngen befand sich die schwarze Gestalt wieder in den Büschen; sie wurde von unbeschreiblichem Mitleid erfaßt; der Wind seufzte in den Zweigen; die Gestalt flüsterte leidenschaftlich in den Busch: