Mama

Er öffnete die Salontür.

Das erste, was er erblickte, war . . . war . . . Na ja: er erblickte das Gesicht seiner Mutter und zwei Hände, die sich ihm aus dem Lehnstuhl entgegenstreckten: das Gesicht war gealtert und die Hände zitterten im durchbrochenen Goldlicht der Laternen, die gerade draußen hinter den Fenstern angezündet wurden.

Und er hörte eine Stimme:

»Kolenka, mein geliebter, mein teuerer!«

Er verlor die Fassung, sein ganzes Wesen flog ihr entgegen.

»Bist du’s, mein Junge . . .«

Nein, er konnte sich nicht mehr halten: er kniete vor ihr nieder, er umschlang krampfhaft ihre Taille: er drückte sein Gesicht in ihren Schoß und brach in Weinen aus; er weinte — weiß Gott warum: ohne sich darüber Rechenschaft zu geben, unaufhaltsam, schamlos weinte er, und seine breiten Schultern bebten (bedenken wir doch, daß Nikolai Apollonowitsch in den letzten drei Jahren keine Liebkosung kannte).

»Mama, Mama . . .«

Auch sie weinte.