Apollon Apollonowitsch stand abseits, in der Dämmerung der Fensternische; er berührte mit der Hand den Kopf einer chinesischen Porzellanpuppe: der Chinesenkopf wiegte sich: Apollon Apollonowitsch trat aus der Dämmerung der Nische heraus; er hüstelte leise; mit kleinen Schrittchen näherte er sich dem weinenden Paar, und plötzlich trompetete er neben dem Lehnstuhl heraus:
»Beruhigt euch, meine Lieben!«
Er hatte eigentlich solche Gefühle bei seinem Sohne nicht vermutet, bei dem kalten, in sich verschlossenen Sohne, an dessen Gesicht er in diesen zweieinhalb Jahren nie was anderes als Grimassen gesehen hatte; einen bis zu den Ohren breitgezogenen Mund, nach unten blickende Augen; dann drehte sich Apollon Apollonowitsch um und lief aus dem Zimmer — um etwas zu holen.
»Mama . . . Mama . . .«
Die Angst, die Demütigungen der letzten vierundzwanzig Stunden, das Verschwinden der Sardinenbüchse, das Gefühl der völligen eigenen Unzulänglichkeit, all das flatterte in verworrenen Augenblicksgedanken durch sein Hirn; alles versank in dem warmen Dunst des Wiedersehens:
»Mein Knabe, mein geliebter . . .«
Die eisige Berührung von Fingern an seiner Hand brachte ihn zu sich:
»Da, Kolenka, nimm einen Schluck Wasser.«
Als er sein verweintes Gesicht vom Schoß der Mutter hob, sah er vor sich die Kleinkinderaugen eines achtundsechzigjährigen Greises: der kleine Apollon Apollonowitsch stand da mit einem Glas Wasser in der Hand; seine Finger tanzten; er tätschelte, vielmehr er versuchte, Nikolai Apollonowitsch über Rücken, Wange und Schulter zu tätscheln; plötzlich strich er mit der Hand über die flachsweißen Haare. Anna Petrowna lachte; ganz unnötigerweise richtete sie ihren Kragen am Halse zurecht; ihre glückberauschten Blicke übertrug sie von Nikolenka auf Apollon Apollonowitsch; und umgekehrt: von ihm auf Nikolenka.