»Schwätzer sind sie alle, Kolenka: Humanität, Humanität! . . . In Dreschmaschinen liegt aber mehr Humanität als in allem anderen, Dreschmaschinen brauchen wir! . . .«
Er umfaßte mit der freien Hand die Taille des Sohnes und zog ihn zum Fenster, in die Ecke; er murmelte etwas und wiegte den Kopf: umgangen wurde er, sie brauchten ihn nicht mehr.
»Weißt du: sie haben mich beiseitegeschoben . . .«
Nikolai Apollonowitsch wagte kaum zu glauben; wie einfach das kam — ohne jede Auseinandersetzung, ohne Szenen, ohne Beichten: dieses vertrauliche Flüstern, diese väterliche Liebkosung.
Warum war es dann all diese Jahre . . . —?
»So, Kolenka, mein Lieber, wir wollen miteinander offener sein . . .«
»Was sagtest du? Ich hörte nicht . . .«
An den Fenstern vorbei zog, wahnsinnig schrill pfeifend, ein kleiner Dampfer; die grelle kleine Laterne am Heck durchschnitt in seltsamer schräger Linie den Nebel; die rubinroten Kreise wurden immer größer. Mit vertraulicher Wärme, den Kopf tief nach unten geneigt, sprach Apollon Apollonowitsch — man weiß nicht, ob zu sich selbst oder zu seinem Sohn. Sie schritten aus dem Schatten in das durchbrochene Laternenlicht; sie schritten — aus dem helldurchbrochenen Fleck in den Schatten.
Apollon Apollonowitsch — klein, kahl und alt — begann, vom letzten Auflodern der Kaminkohlen beschienen, auf dem Perlmuttertischchen die Karten für ein Patiencespiel zu mischen; zweieinhalb Jahre hatte er sich nicht dem Patiencespiel zugewendet; vor zweieinhalb Jahren war es, als Anna Petrowna das letzte entscheidende Gespräch mit ihm hatte; damals war er vor demselben Tischchen gesessen, und Patience wurde gespielt; so hatte ihn auch Anna Petrowna noch in der Erinnerung behalten.