Endlich sagte er weinerlich:

»Ich bin aber müde . . .«

Und er erhob sich aus dem Lehnsessel und setzte sich in den Schaukelstuhl.


Nikolai Apollonowitsch übernahm es, seine Mutter ins Hotel zu bringen; beim Verlassen des Salons drehte er sich noch einmal um und sah seinen Vater an; er begegnete einem auf ihn gerichteten — oder schien es ihm nur so? — traurigen Blick; Apollon Apollonowitsch saß im Schaukelstuhl und wiegte diesen leise durch bloße Bewegung des Kopfes wie der Füße; das war des Sohnes letzter Eindruck; eigentlich hat er den Vater nie mehr gesehen; auf dem Lande und auf der See, in den Bergen und in den Städten, in den glänzenden Sälen der großen europäischen Museen — überall hatte er später diesen Blick gesehen, und ihm schien: Apollon Apollonowitsch hatte damals für immer Abschied von ihm genommen — durch jene leichte Verneigung des Kopfes und durch Bewegen des Fußes; das alte Gesicht, das leise Knarren des Schaukelstuhls und — dieser Blick, dieser Blick!

Die kleine Uhr

Nikolai Apollonowitsch begleitete seine Mutter zum Hotel und ging dann — auf die Moika; kein Licht in den Fenstern: die Lichutins waren also nicht zu Hause; es war nichts zu machen, so ging er also seiner Wohnung zu.

Humpelnd erreichte er sein Schlafzimmer; da blieb er im völligen Dunkel stehen: Schatten, Schatten, Schatten; das Licht der Laterne spannte ein Schleiernetz aus hellen Flecken auf die Zimmerdecke; mechanisch zündete er eine Kerze an; dann nahm er seine Uhr aus der Tasche; zerstreut sah er auf sie hin: es war drei Uhr.

Jetzt erhob sich in ihm alles von neuem.

Er fühlte: er hat seine Angst nicht überwunden; die Sicherheit, die ihn den ganzen Abend aufrechterhalten hatte, schwand plötzlich; alles begann zu schwanken; er wollte Brom einnehmen; doch war keins da; er wollte die Offenbarungen lesen; das Buch war weg; in diesem Augenblick vernahm sein Ohr deutlich einen beunruhigenden Laut: Tick tack, tick tack . . . Leise tönte es. Die Sardinenbüchse?