Beide schienen das Berühren einer schweren Vergangenheit vermeiden zu wollen, und sie leiteten sogleich das Gespräch auf anderes über: sie sprachen vom Wetter, dann davon, daß die Unruhe der letzten Tage ungünstig auf die philosophischen Arbeiten Nikolai Apollonowitsch’ gewirkt, von den Schwindeleien, die der Offizier in der Proviantierungskommission (er versorgte dort irgendein Amt) aufgedeckt haben wollte.
So unterhielten sie sich während des ganzen Weges.
Und nun kam die Moikastraße.
»Adieu, also . . . Sie gehen ja weiter?«
Das Herz Nikolai Apollonowitschs begann eifrig zu pochen; etwas wollte er sagen; und doch, nein: er sagte es nicht; einsam stand er nun vor der zugeschlagenen Tür; ihn packte die Erinnerung an eine verunglückte Liebe, vielmehr — an einen sinnlichen Trieb — und blau pulsierten die Äderchen an den Schläfen; er sann jetzt über seine Rache; er sann über die boshafte Verhöhnung seiner Gefühle von seiten der, die hinter diesem Vestibül wohnte; schon seit nahezu einem Monat sann er über seine Rache; doch — jetzt kein Wort mehr davon!
Nikolai Apollonowitsch sah nicht den Newskij-Prospekt, noch immer stand das graue Haus vor seinen Augen; Fenster, hinter den Fenstern Schatten; hinter den Fenstern vielleicht lustige Stimmen: die des gelben Kürassiers, Baron Ommau-Ommergau; die des blauen Kürassiers, Graf Awen; und ihre — ihre Stimme . . . Da sitzt Ssergeij Ssergeijewitsch, der Offizier, und wirft vielleicht unter den Witzen dazwischen:
»Und ich bin jetzt mit Nikolai Apollonowitsch gegangen.«
Im Arbeitszimmer eines hohen Verwaltungsamtes
Hier, im Arbeitszimmer des hohen Verwaltungsamtes, wuchs Apollon Apollonowitsch zu einem wahrhaften Zentrum heran: in eine Serie von Staatsämtern, Abteilungen und grünen Tischen. Hier war er, der Kraft aussendende Punkt, der Kreuzungspunkt der Kräfte, und der Impuls unzähliger, reich gegliederter Manipulationen. Hier war Apollon Apollonowitsch eine Kraft im Newtonschen Sinne; Kraft im Newtonschen Sinne aber ist, wie Sie sicher wissen, eine okkulte Kraft.