Plötzlich — ein betäubendes Brüllen: vom Viadukt her gegen den Newastrom raste, mit riesigen Scheinwerfern blendend, petroleumkeuchend, ein Auto; Alexander Iwanowitsch erblickte noch die gelben Mongolengesichter; dann verließen ihn die Kräfte. Er fiel plötzlich zu Boden, und zu seinen Füßen rollte seine durchnäßte Mütze, während er hinter seinem Rücken ein einem Wehklagen ähnliches Lispeln vernahm:
»Herr Jesus Christus! Steh uns bei!«
Alexander Iwanowitsch wandte sich und gewahrte, daß es der Grenadier war.
»Herrgott, was war das?«
»Ein Auto: hohe japanische Gäste . . .«
Das Auto aber war nicht mehr zu sehen.
Stjopka
Hinter Petersburg, von Kolpino ab, läuft in Windungen die verlassene Straße: diese Gegend — es gibt keine schrecklichere Gegend! Näherst du dich Petersburg morgens oder blickst beim Erwachen aus dem Fenster: — tot; keine einzige Seele, kein Dorf; es ist, als wäre das Menschengeschlecht ausgestorben und die Erde selbst — ein toter Körper.
Vielschlotiges, vielrauchiges Kolpino.
Von Kolpino gegen Petersburg läuft also diese sich windende Straße; sie schlängelt sich einem grauen Bande gleich; ihr Rand ist von Schotter und Telegraphenpfählen eingefaßt. Mit einem Bündel am Stock über der Schulter wanderte dort ein Arbeitsbursche dahin; wurde aus irgendeinem Grund fortgejagt; jetzt zog er auf seinem eigenen Rappen in der Richtung gegen Petersburg; um ihn herum borstete sich das gelbe Schilf; tot lagen die Steine am Wege; zuweilen flogen Schlagbäume auf und nieder, die Telegraphendrähte summten, anfangs und endlos. Der Arbeitsbursche war der Sohn eines verarmten Krämers; sein Name war Stjopka; kaum einen Monat hatte er in der Fabrik gearbeitet, nun ging er nach Petersburg.