Es hieß an einer sehr hohen Stelle zu erscheinen; das Erscheinen sollte sich gestalten, d. h. — es gestaltete sich hochfeierlich.

Aus diesem Anlaß fanden sich außerordentliche Persönlichkeiten mit außerordentlich ernsten Gesichtern, in goldgestickten Uniformen, an besagter Stelle ein.

Es war ein Tag des Außerordentlichen. Dieser Tag war natürlich hell. In den frühesten Stunden schon funkelte am Himmel die Sonne: und alles funkelte, was nur zu funkeln vermochte: die Petersburger Dächer, die Petersburger Spitzen, die Petersburger Kuppeln.

In der Ferne fielen Kanonenschüsse.

Hätten Sie Muße genug, um einen Blick auf jene wichtige Stelle zu werfen, Sie hätten nur Lack, nur Glanz gesehen: Glanz lag auf den Spiegelscheiben; und selbstverständlich — hinter den Spiegelscheiben; Glanz waren die Säulen; Glanz das Parkett; vor der Einfahrt ebenfalls Glanz; kurz: Lack, Schimmern und Glanz!

Es war ein Tag des Außerordentlichen; und er sollte natürlich in Glanz vergehen; und — er verging natürlich in Glanz.

Vom frühen Morgen schon war jede Dunkelheit gewichen, und es war ein Leuchten, heller als das der Elektrizität, ein Leuchten des Tages; in dieser Helligkeit funkelte alles, was zu funkeln vermochte: die Petersburger Dächer, die Petersburger Spitzen, die Petersburger Kuppeln.

In der Mittagssonne donnerten Kanonenschüsse.

An diesem außerordentlichen, leuchtenden Morgen sprang aus dem Bett mit blendend weißen Bettlaken, im blendenden Schlafzimmer, ein kleines weißes Figürchen; dieses Figürchen erinnerte, weiß Gott weshalb, an einen Zirkusreiter. Nach einer heiligen Tradition alter Zeiten begann dieses Figürchen durch schwedische Gymnastik seinen Körper zu stärken; es streckte die Arme und Beine und machte zwölf (und mehr) Kniebeugen. Nach dieser nützlichen Übung rieb das Figürchen den nackten Schädel und die Hände mit Eau de Cologne.

Weiter, nachdem Schädel, Hände, Ohren und Hals mit kaltem Wasser erfrischt waren und der Kaffee, für den außerordentlichen Tag ins Schlafzimmer gebracht, eingenommen war, warf sich Apollon Apollonowitsch Ableuchow (wie die anderen hochgestellten Greise an diesem Tag) in das gestärkte Linnen; er steckte durch die Öffnung des panzerartigen Hemdes zwei überraschend große Ohren und den lackglänzenden Schädel. Dann holte Apollon Apollonowitsch Ableuchow aus dem Schrank die rotlackierten Schächtelchen, unter deren Deckel, in weichem Samt gebettet, seltene, kostbare Orden lagen. Wie den anderen hochgestellten Greisen, wurde auch ihm eine glänzende Uniform mit vergoldeter Brust gereicht; dazu eine Hose aus weißem Tuch, ein Paar weiße Handschuhe, eine Schachtel von besonderer Form, eine schwarze Säbelscheide, deren Griff mit silbernen Fransen verziert war; unter des gelben Nagels Druck flogen alle zehn rotlackierten Deckelchen auf, und hervorgeholt wurden: der Weiße Adler mit entsprechendem Stern und blauem Band und viele andere Orden, endlich auch die Brillantenzeichen; das alles legte sich auf die goldgestickte Brust. Apollon Apollonowitsch stand vor dem Spiegel, weißgoldig (ganz Schimmern und Schauer!), mit der Linken den Säbel an die Seite drückend, die Rechte mit dem pleureusengeschmückten Dreimaster und den weißen Handschuhen — an der Brust. In dieser Schauer einflößenden Ausstattung lief Apollon Apollonowitsch den Korridor entlang.