Und während Stephan noch so sann und gar nicht merkte, daß es längst finster war, stand plötzlich Margarete vor ihm.
Nicht fest und greifbar, wie sie damals auf der Wiese vor ihm gestanden hatte, sondern ein wenig verschwommen und beinahe unkenntlich unter einem feinen silbernen Nebel.
Aber er kannte sie an ihrem Haar und an ihrer Stimme.
»Du bist so dumm, Stephan,« sagte sie, »was geht uns der Adalbert und seine Gräfin an? Das ist eine alte Geschichte und kann für dich und für mich nicht passen. Erstens bist du kein gewöhnlicher Bauer, wie der Adalbert war, und zweitens bin ich keine Gräfin, wie es die Gräfin von Adalbert war. Wir sind ganz andere Menschen. Du bist im Gegensatz zu Adalbert ein Studierter ... nein, sage nichts ... du bist doch in Innsbruck gewesen, und ich bin im Gegensatz zu der Gräfin ein einfaches Mädchen, das einen Landmann zum Vater hat. Denn mein Vater ist, wie du schon gesehen haben wirst, ein schlichter Mann, der dich lieb haben wird ... Nur meine Mutter ist ein wenig stolz, und es wird einen kleinen Kampf mit ihr geben. Aber ich fürchte mich nicht, wenn du dich nicht fürchtest ...«
Auf diese Rede hin fuhr Stephan freudig zusammen und sagte:
»So meinst du, Margarete, daß dir der Klausenhof gut genug wäre, so wie er ist, ohne Graben und Zugbrücken, ohne Anlagen und Teich, ohne Erker und Wappen ...?«
Darauf senkte sie den Kopf ein wenig verwirrt, ein wenig beschämt.
»So meinte ich es gerade nicht, Stephan. Ich meine ... du bist eigentlich kein Bauer und brauchtest darum keinen Hof.«
Stephan erbleichte.
»Du meinst den Hof verkaufen?«