Als Stephan mit seiner Erzählung fertig war, schwieg Margarete noch lange, und endlich sagte sie wie aus weiter Ferne: »Wenn wir wieder in der Stadt sind, werde ich noch oft an all das Schöne denken, das Sie mir erzählt haben.«
Da schwand alle Freude aus seinem Herzen, denn nun wußte er, daß sie abreisen würde.
»Wenn Sie wieder in der Stadt sind, werden Sie nicht mehr an die Bauern denken.«
»An den Bauer« wollte er sagen, aber er wagte es nicht.
Darauf schaute sie ihm ernst in die Augen, und während sich ihre Wangen mit einer feinen Röte deckten, erwiderte sie:
»Ich werde Tirol nie vergessen.«
Sie schien noch etwas sagen zu wollen, noch auf etwas zu warten. Aber weil er nur fassungslos dastand, nichts redete und nicht begreifen konnte, daß sie wirklich gehen werde, schlug sie den Weg zur Villa ein. Aber sie winkte, während sie ging, sah zurück und winkte noch einmal. Dann schlossen sich die grünen, tropfenden Zweige, und er sah ihr weißes Kleid nur mehr hie und da wie eine ferne huschende Sonne gehen.
Elftes Kapitel
Vielleicht hatte es eine Magd der andern erzählt, vielleicht hatte sonst jemand ein zufälliges Wort geredet, vielleicht hatten es ihr die kahlen Felder und der brausende Herbststurm verraten ... es war nicht zu sagen, wie Maria es wußte, aber sie wußte es ... wußte, daß die Fremden morgen gehen würden ...
»Morgen!«