Sie reichte ihm die runde, braune Hand, und während er sie einen Augenblick drückte, dachte er:

»In Ehren halten ...«

Dann setzte er sich neben den weißhaarigen Alten und ließ es sich gefallen, daß die vier Frauen hin und her liefen, um ihm Weißbrot und Kaffee zu richten. Das beste Tuch, die beste Schale, alles Beste aus dem Schrank, der Truhe ... und plötzlich kam er sich all der Sorge, all der Ehre unwert vor. Was wollte er denn hier? Rasch und gefällig lief Agnes hin und wieder, brachte Brot und Wein, brachte Fleisch und Butter, legte Scheite auf das Feuer, zündete die Lampe an, zog die Vorhänge zu und tat tausend liebe Dinge. Aber alles sacht und leise, kaum daß man es bemerkte. Und Stephan dachte:

»Wie geschickt sie ist ... wie flink sie ist. Wie die Mutter sich freuen wird ..., wie der Vater sich gefreut hätte ...«

Er wurde mit einem Male ernst.

»Rauchen Sie nicht?« fragte die Müllerin.

»Ja.«

Agnes reichte ihm Feuer mit leise zitternder Hand, und als er ihr im Scheine des aufflackernden Zündholzes in die Augen sah, scheuten ihre Blicke in den seinen. Das machte ihn stolz und traurig zugleich.

»Wenn es nur schon gesagt wäre ...«

Aber so oft er den Mund dazu aufmachen wollte, legte sich etwas auf seine Brust, setzte sich etwas auf seine Zunge, klammerte sich etwas um seine Kehle, und weit hinten tauchte eine Villa auf, mit Erkern und Gesimsen ...