»Was ist es denn?« fragte der Müller, als der Schmaus vorüber war und die vier Frauen gerade in der Küche waren, »das Ihr noch möchtet außer dem Korn?«

Und zu seinem allergrößten Schrecken sagte Stephan:

»Die große Wiese, Herr Müller, die Ihr schon so lange feil habt.«

Dann kam eine solche Beschämung über ihn, daß er nimmer wagte, Agnes anzuschauen, als sie wieder in die Stube trat. Der Müller aber freute sich über das Angebot und redete eindringlich über die schöne Wiese und den niederen Preis. Spät am Abend brach Stephan auf, und als er in den Hof kam, sah er, daß es schneite.

Gott sei Dank, kein Regen, sondern Schnee! Weicher, fester, flaumiger Schnee. Schnee ... in langen Streifen niederrieselnd ... in weißen Schleiern niederwehend. In weißen Schleiern, wie sie Mädchen tragen ... wie sie blonde Mädchen tragen ... Gott sei Dank! Und alle Beschämung von vorhin verlor sich in einem aufbrausenden Dankesgefühl, und als er gegen Mitternacht an die Villa kam, drückte er sein frostdurchglühtes Gesicht an die kalte, steinerne Wand ... Gott sei Dank! ...

Plötzlich stutzte er. Ihm gegenüber lag der Klausenhof, und aus einem Fenster drang Licht. Was war das? Sie warteten auf ihn ..., die Mutter ..., Maria ...

Er hatte die beiden vergessen. Was werden die jetzt sagen, wenn sie es erfahren ...? Jäh ernüchtert, widerwillig, unschlüssig ging er weiter ... Aber war das nicht seine eigene, seine eigenste Sache? ...

Halb trotzig, halb verlegen, trat er endlich in die Stube.

Die Mutter und Maria saßen in ihren schwarzen Sonntagskleidern, der Tisch war mit Blumen geschmückt, die einfachen Möbel machten einen festlichen Eindruck. Es war offenbar, sie hatten das alles für den Abend hergerichtet, um diesen Abend zu feiern ...

Maria trat ihm entgegen, blaß und gefaßt wie eine Braut, und die Mutter wollte schluchzen. Da nahm er die alte Frau fest um die Mitte und sagte: