»Laß gut sein, Mutter. Es wird nichts daraus.«
Sie dachte an einen Korb, aber das stand im Widerspruch zu seinen strahlenden Augen, und sie konnte ihn nicht begreifen.
»Und es ist doch so, Mutter. Ich ... ich hab mich nicht getraut ...«
Nun schluchzte sie wirklich, aber aus Freude, daß sie ihren Jungen noch eine Weile behalten durfte, aus erlöster Mutterfreude, und noch immer schluchzend sagte sie:
»Du Bub, du lieber, dummer Bub.«
Nur Maria sagte nichts. Sie stand beim Fenster und blickte auf die Bäume, die im Schnee und Mondlicht drüben im Wald die Villa säumten. Die Villa, die das Schicksal der Klausen wurde, einmal, und dann noch einmal durch ein fremdes Mädchen, durch einen fremden Mann ... Und während sich ihr Gehirn abmühte, ein paar Worte für Stephan zu finden, dachte sie: »Es kann nimmer gut werden mit den Klausen.«
Vierzehntes Kapitel
Und es ward nimmer gut.
Das merkte nicht nur Maria, das merkte auch Stephan, merkte es am allerdeutlichsten, wenn er sich nach der Rückseite des Hauses unter die langen Fänge der Windmühle schlich und mit einem alten Fernrohr, das noch aus Innsbruck stammte, den Weg nach Bozen hinauf und hinunter sah. Den steilen, steinigen, fünf Stunden langen Weg, den der Postbote aus Bozen einige Male im Jahre heraufkroch, um den Steuerzettel oder einen anderen dienstlichen Wisch im Klausenhofe abzugeben. Ja, immer nur dienstliche Sachen! Die Verwandten und Bekannten der Klausen waren ja nicht eben gewandt im Lesen und Schreiben. Auch Therese nicht, die nur öfters einen Knecht zu der Mutter sandte mit der Botschaft, daß es ihr gut ginge und daß Maria doch einmal kommen möge.