So war das auch am Vortag des 24. Dezember. Die ganze Woche hatten sie es auf diesen letzten Tag verschoben. Erst für den Morgen, dann für den Mittag, dann für den Abend, und jetzt saßen sie sich gegenüber, mühten sich zu reden und konnten nicht. Aber als Maria der Faden wieder riß, und er riß heute unzählige Male, dachte sie: »Es muß sein.«
Und ohne den Faden anzudrehen, lehnte sie sich in ihren Sessel zurück und sagte:
»Stephan ...«
Er hob unsicher den Kopf.
»... ich wollte dir sagen, Stephan ...« und nach einer blitzschnellen Vorstellung von kreisförmig sich drehenden Bildern, lächerlichen, unseligen, unmöglichen Bildern ... »daß ich morgen gerne zu Therese ginge ...«
Dankbar, befreit atmete Stephan auf.
»Ja ... warum denn nicht?«
Sie lächelte bitter. »Warum denn nicht?« fragte er ...
Weil Weihnachtstag ist, könnte sie sagen, und weil wir nie auseinander waren am Weihnachtstag, und weil ...
Aber sie war zu müde, zu gleichgültig, um etwas zu sagen.