»Stephan!«

Und weil der Hof leer war, schlang sie den Arm um ihn und schluchzte leise. Da nahm er sie wie ein Kind in die Arme und trug sie zurück in die Stube.

»Wo wolltest du denn hin, Maria?«

Sie fühlte sofort, daß er wieder der Alte war, und weil sie erst jetzt sah, wie müde und zerquält sein armes, liebes Antlitz war, quoll ein heißes Mitleid mit seinem Kummer in ihr auf. Sie drückte wie früher seine Hände an ihre Wangen und setzte sich zu ihm.

»Ich bin so froh, daß du da bist, Stephan. Es ist so viel Neues. Aber jetzt kann ich es dir nicht sagen ... nur die Hauptsache: Ich muß zu Therese.«

»Jetzt gleich?«

»Ja, jetzt gleich.«

Sie zeigte ihm den Zettel, und einen Augenblick sahen sie sich stumm in die Augen. Dann sagte er:

»Soll ich dir nicht jemand mitschicken, Maria?«

Er war voll Sorge, voll Zärtlichkeit. Aber Maria wollte niemand, und trotzdem es ihr schwer wurde, Stephan gerade jetzt zu verlassen, machte sie sich auf den Weg. Bei der Türe aber drehte sie sich wieder um und kam zu Stephan zurück. Es war offenbar, daß sie noch etwas sagen wollte, aber es dauerte lange, bis sie die richtigen Worte fand. Endlich aber wußte sie es, und schon wieder zur Türe gewendet, sagte sie: