Sie aber wandte die Augen fort und sagte hastig:
»Ich danke Euch, Josef ... aber ich muß noch weiter. Könntet Ihr mir wohl Eure Laterne borgen?«
Er hob sie augenblicklich aus dem Schnee und reichte sie ihr.
»Wohin wollt Ihr, Maria?«
»Zur Geisler Toni.«
»Da seid Ihr aber nicht recht. Gerade entgegengesetzt wohnt sie. Wenn Ihr wollt, werde ich mit Euch kommen. Ich kenne einen ganz kurzen Weg.«
Sie nickte, und weil er weiter nichts fragte, sagte sie auch nichts. Er trug die Laterne, und sie hielt sich dicht hinter ihm.
Nach ungefähr einer halben Stunde merkte sie, daß der Wald aufhörte und die Wiese begann. Von drüben leuchtete schwach und klein ein zittriges Licht. Er wies bezeichnend darnach, und sie sagte hastig, wie zuvor: »Es ist gut jetzt ... ich danke Euch, Josef.«
Dann eilte sie voran über die Wiese.
Aber es war doch keine Kleinigkeit, sich in der Dunkelheit mit dem fremden Haus zurechtzufinden. Sie mußte alle vier Wände entlangtasten, ehe sie die Türe fand. Endlich griff sie die kalte, eisumspannte Klinke. Das Licht, das ihr über die Wiese geleuchtet hatte, stand auf einem Tisch und beleuchtete in seinem nächsten Umkreis eine große, schwere Bibel und ein altes Mütterlein. Als Maria eintrat, hob das Mütterlein den Kopf und blickte auf den späten Gast mit großen, klugen Augen. Maria trat in den Lichtkreis des Lämpchens und sagte erregt: