»Verzeiht, Mutter Geisler, ich möchte mit der Toni reden.«
Da kreuzte die Alte ihre gefurchten Hände über die Bibel und antwortete ein wenig barsch und ein wenig spöttisch:
»Ihr habt einen weiten Weg gemacht, Maria Klausen, aber Ihr habt ihn umsonst gemacht.«
Maria verwand den Spott der wohlbekannten Worte und sagte flehend:
»Seid barmherzig, Mutter Geisler, ich muß mit der Toni reden.«
»Aber Ihr könnt nicht, ...« und dann voll heimlichem Stolz, »... sie dient in Innsbruck beim Rabenwirt.«
Maria schluchzte auf.
»Dann gibts ein Unglück ... meiner Schwester Kind liegt im Sterben, und nur die Toni kann es ändern, wenn sie den Fluch zurücknimmt ...«
Da stand die Alte auf und sagte zürnend:
»Schämt Ihr Euch nicht, Maria Klausen? ... Was Ihr da redet, ist eine schwere Sünde. Leichtfertig mag die Toni sein, aber mit dem Teufel hat sie nichts zu tun ...,« sie schlug das Kreuz ..., »verlaß uns nicht, o Herr ...! Wenn Eurer Schwester Kind krank ist, so ist das Gottes Wille, und jeder Mensch wird bezeugen können, daß es eine natürliche Krankheit ist.«