»... und dann habe ich noch etwas gedichtet. Etwas von einem Bauer, den eine schöne Gräfin liebt.«
Nun errötete sie tief und sagte langsam und leise:
»Das könnte schon eher wahr sein.«
Dann schwiegen sie, aber es war ein merkwürdiges Schweigen. Ein Schweigen voll widerredenden Stimmen und trunkenen Lauten. Das tat vielleicht der Wind. Er strich durch die Lärchen und wickelte um seine Finger ihre langen grünen Haare, daß sie knisterten wie die Haare einer Frau, und dazwischen klang manchmal ein Aufschrei, wie ihn Mädchen an sich haben, nicht laut und schmerzhaft, nur erschrocken ...
Stephan lächelte voll grausamer Genugtuung. Aber als er sah, daß ihre feinen Hände zitterten, fühlte er sich plötzlich als der Stärkere und sah in ihr die Schwache, die Bedrängte. Da sank sein wilder Sinn zusammen, und er wurde kühl und gut.
Für die Karte müsse er ihr danken ... für die schöne Weihnachtskarte.
Sie neigte das blonde Haupt und sagte zögernd:
»Ich dachte, wie einsam Sie es haben da oben während des Winters.«
Er war jetzt ganz Herr seiner selbst.
»Einsam? O ja ... aber wir Bergler sind daran gewöhnt.«