»Dann haben Sie uns wohl auch gar nicht vermißt letzten Sommer?«
»Letzten Sommer?« Stephan tat, als ob er sänne. »... es gab soviel zu tun.«
Sie nickte.
»Das habe ich mir auch gedacht. Aber es hat mir doch sehr leid getan, daß wir nicht kommen konnten.«
»Es war ein außergewöhnliches Jahr. Erst das Unglück mit Hugo von Rotenau. Erinnern Sie sich an ihn? Ich glaube, Sie haben ihn gut gekannt, denn er sprach oft über Sie und fing auch noch in der Stadt manchmal ganz plötzlich von Ihnen an.«
Stephans Mienen umdüsterten sich.
»Ja ... ich habe ihn öfters gesehen.«
»Er stürzte vom Pferde und lag lange krank. Er wäre auch nie wieder gesund geworden. Ich glaube, er wäre sogar ein Krüppel geblieben. Aber eines Tages fand man ihn tot. Der Arzt sagte, er habe zuviel Morphium genommen. Absicht oder Zufall, man weiß es nicht.«
»Das ist sehr traurig,« sagte Stephan. Aber er sagte es nur und empfand es nicht, denn er hatte in diesem Mann nur den Nebenbuhler gesehen ... und an Maria dachte er nicht.