»Ja, sehr traurig. Mama wurde krank von dem Vorfall, und es war ein Glück, daß Fridas Hochzeit kam. Das gab viel zu denken und zu sorgen. Als aber alles vorbei war, fühlte sich Mama doch sehr schwach und wollte an das Meer.«

»Wie schön das Meer sein muß!«

Sie vergaß Hugo von Rotenau und sagte rasch:

»Aber die Berge sind tausendmal schöner. Ich habe so oft an die Gegend hier gedacht und konnte besonders den Rosengarten nicht aus dem Sinn bringen. Er war auch so wunderbar schön, als wir unten am Bahnhof standen. Ganz rot wie richtige Rosen sah er aus.«

Nun lächelte Stephan und sagte:

»Das hat wahrscheinlich der Schelm, der Laurin, getan ... und richtig! Habe ich Ihnen schon gezeigt, wie es der tapfere Dietrich machte, als er dort oben die edle Kühnhilde fand?«

»Nein. Wie machte er es?«

Da bog Stephan ein Knie nach Ritterart, ergriff ihre weiße Hand und küßte sie und sagte:

»So machte er es ...«

Schalk und Liebe hatten ihn getrieben. Hatten ihn getrieben, kühn zu sein und alles zu wagen. Aber nun es geschehen, war er doch tiefernst und tödlich blaß. Zürnte sie ...?