»Schau nur, daß du erst gesund wirst, das ist die Hauptsache.«
Ich sah mich in dem kleinen, schlecht gelüfteten Raume um. »Hier kann ich nicht gesund werden.«
»Seit die Mutter tagsüber aus ist, besorge ich das Kochen,« erklärte mein Vater. »Ich werde dir jetzt eine Tasse Kaffee bereiten, und dann können wir ja sehen, was sich tun läßt.« Nach diesen Worten brach er einige Stücke Holz über seinem Knie und machte ein Feuer in dem kleinen Ofen. Kaum hatte er das Streichholz angesteckt, so fing es aus dem Ofen zu dampfen und zu qualmen an. »Das kommt vom Wind,« entschuldigte er, »es wird schon vorbeigehen.«
Es ging auch vorbei, aber nicht eher, als bis der ganze Raum schwarz war und man nichts mehr sehen konnte. Meine Augen und meine Kehle brannten mir, doch sagte ich nichts und trank den Kaffee, den mein Vater mir in einer Schale reichte, die einen großen Sprung hatte. Ich dachte an meinen Bruder und konnte nicht begreifen, wie er ein solches Unglück mit ansehen konnte, ohne zu helfen. »Wo ist er denn?« frug ich plötzlich.
»Wer?«
»Karl.«
Bei Erwähnung dieses Namens wurde mein Vater sehr traurig.
»Es ist eben ein Unglück,« erwiderte er, »er hat schon seit langer Zeit keine Stelle.«
»Wo ist er denn?«
»Er lebt natürlich mit uns.«