Man sagt, Gott mangelt nichts, er darf nicht unsrer Gaben;
Ists wahr, was will er dann mein armes Herze haben?
Ich nah mich, Herr, zu dir als meinem Sonneschein,
Der mich erleucht't, erwärmt und macht lebendig sein:
Nahst du dich wiederum zu mir als deiner Erden,
So wird mein Herze bald zum schönsten Frühling werden.
Mein Herz ist ein Altar, mein Will ist's Opfergut,
Der Priester meine Seel', die Liebe Feur und Glut.
Ich bin der Tempel Gotts, und meines Herzens Schrein
Ists Allerheiligste, wann er ist leer und rein.
Ein Herze, welches sich vergnügt mit Ort und Zeit,
Erkennet wahrlich nicht sein Unermeßlichkeit.
Gott, Teufel, Welt und alls will in mein Herz hinein:
Es muß ja wunder schön und großes Adels sein!
Du sprichst, im Firmament sei eine Sonn allein:
Ich aber sage, daß viel tausend Sonnen sein.
Ein Weiser, wann er redt, was nutzet und behagt,
Ob es gleich wenig ist, hat viel genug gesagt.
Mein Geist, kommt er in Gott, wird selbst die ewge Wonne:
Gleich wie der Strahl nichts ist als Sonn in seiner Sonne.