»Na also, was besinnst du dich dann noch lang?« predigte sie, indem sie ihr vom hellen Übereifer locker gewordenes Kopftuch festband.

»Das erste wär', daß ich das Einfahrtstor anders anstreichen ließe oder es selber anstriche. Es ist eine Schand', was das Tor für ein Gesicht gegen die Straße hin macht,« sagte er. »Und auch die drei alten Eschen im Hof müßten mir umgemacht werden.«

»Na also!« ermutigte sie ihn.

»Und inwendig im Schloß fehlt es auch da und dort. Eine Schand', solch' ausgeschlorkte Fliesen, wie sie der untere Flur noch hat.«

»Na, also, siehst du, du hättest doch den Kopf dazu, Lorenz.«

»Was aber eben nicht anders sein könnte, ließe ich natürlich wie es ist. Denn wenn ich mal Verwalter wär', wär' mir meine Ruh' eben wohl was wert, verstehst mich? Das kann ich dir gleich zum voraus sagen.«

»Na, also!« rief sie zum vierten Male.

Er drehte sich um und legte sich auf die Seite, sein Antlitz der Frau Mechthilde zuwendend. »Das Einfachste wär', man tät' die Sach' gleich morgen nachmittag abmachen. Zur Hildegard oben, die ja doch alles gewußt haben muß, tät man ganz einfach sagen, man müsse auf eine Hochzeit oder zur Kindstauf' nach Moosheim. Was meinst?«

»Daß du ganz recht hast, mein' ich,« lobte sie ihn. »Ich sag's ja immer, es kommt bloß darauf an, daß der Kaplan mal eine gewisse Ansicht von dir kriegt, und die kann er nur kriegen, wenn er dich sieht. Ein Kaplan ist in diesem Punkt auch ein Mensch wie wir andern. Und nachher kannst du dann immer noch bei ihm vorstellig werden und beim Grafen Besuch machen und beim Domänenrat oder wo du willst. Wenn's nur mal erst richtig angefaßt ist, das andere kommt dann von selber; verlaß dich darauf. Aber richtig anfassen muß man es.« Sie wiederholten noch einigemal, was sie eben gesprochen hatten, und es blieb nun dabei, daß sie morgen nach dem Mittagessen ihre Wallfahrt ausführen wollten.

Nun war es ganz still in der Kammer, und man hörte draußen einen Hund dumpf vor sich hinbellen und dann wieder breit hinausheulen.