»Geh, was kümmert mich überhaupt dein Kaplan,« ärgerte er sich immer mehr.
»Schrei wenigstens nicht so!« flehte sie.
»Meinetwegen kann er es auch hören, wenn er Lust hat. Das schert mich gar nicht. Verstehst mich? Eine recht einfältige Sach', die du da ins Werk gesetzt hast, daß du's nur weißt!« warf er ihr hin, ohne seine Stimme im mindesten zu sparen.
»Aber du bist doch mitgangen,« entgegnete sie jetzt stechend, und die bunten Kopftuchfransen wehten aufgeregt um das dunkle Obermäntelchen.
»Man sollt' sich nie von einem Weibsbild was raten lassen! Ich hab' es mir aber auch gleich gedacht,« schimpfte er aus dem Vollen.
»Aber mit bist doch!« versetzte sie noch spitziger. »Und wenn du Schloßverwalter werden tätst, wär's dir auch recht, oder nicht? Das wirst wohl nicht leugnen wollen.«
»Aber deine einfältige Wallfahrt brauchte man deswegen noch lang' nicht! So eine Dummheit!« schrie er wütend ihr entgegen.
»Daß du dein Lebtag nie Schloßverwalter wirst, das kann ich dir nun nächstens schwören! Dann läßt du halt einen andern auf den Platz sich hinsetzen und trägst deine Kindssärge spazieren bis an dein seliges Ende! Eine wirklich nette Aussicht!« rief sie voll Galle.
»Nun hörst mir aber auf! Verstanden?« schrie er und ging auf sie zu.
»Fällt mir gar nicht ein,« erklärte sie jedoch gleichmütig und schaute ihm fest ins Gesicht.