Da lächelte Heinrich ein wenig und erwiderte: »Bruder Stockald, Ihr seht mehr, als ich Euch zusprechen kann; denn ich bin ein fröhlicher Bursche, der immer sagt: Nimm's, wie du's findst. Und find' ich Euch wohlgemut, so verdrießt es mich nicht, das weiß Gott.«
Und er schritt hinein zum Kastner, legte seine Rechnung und empfing das Geld.
Als er wieder in den Hof kam, sah er durch das Gatter den Gartenmeister in den Beeten schaffen und Pflänzlinge einsetzen. Dieser rief ihn zu sich, und Heinrich ging in den Garten und gesellte sich auf eine Weile dem freundlichen Manne und sprach: »Bruder Pilgram, Ihr schafft rüstig!«
»Wie sollte ich nicht, Geselle Heinrich! Scheint doch die Sonne, das Erdreich ist warm und feucht, und der Brodem, der aufsteigt, duftet mir ins Herz. Noch liegt der Schnee auf der Kuppe des Schöckels und die Gleinalpe ist weiß, doch auf dem Rosenberge grünt es, und es blüht in den Tälern. Arbeit schafft uns Zufriedenheit. Nimmt dich das wunder? So lange du wirkst, lebst du: das sag einer dem andern.«
»Jawohl. Seid Ihr auch glücklich, Bruder Pilgram?«
»Was heißt das, glücklich, mein Geselle? Ich bin ein alter Mann und tanze nicht mehr. Hab' auch wenig im Leben getanzt. Ich habe Genügen; das ist alles. Beginnt es zu sprossen, so lebe ich jedes Frühjahr aufs neue auf mit meinen Pflegekindern, den Pflanzen vielgestalteter Art. Man sagt: der tanzt gut, dem das Glück aufspielt; aber der schreitet geruhig, der den Tanzlärm weit im Rücken hat, wie ich, und mit keinem wüsten Kopfe zu Bette geht, wenn das Spiel aus ist. Mit mir hat es in all diesen Tagen keine Not mehr. Du aber, Geselle, magst noch tanzen.«
»Das ist wahr, Bruder Pilgram. Wo ich vor mich hinschaue, da wächst ein Tanzboden heraus. Meint Ihr nicht?« Und er lächelte ein wenig.
Darauf sprach jener: »Sei nicht vorlaut, mein Geselle. Dein Kopf steht immer zwischen den beiden Achseln, wo du auch hinschauen magst. Du bleibst der gewisse Heinrich Harer. Und ist in deinem Kopfe klarer Wein, so kannst du das Leben genießen. Sage nur niemals: Wann hab' ich nicht gewollt, dann hab' ich gesollt; und alles ist gut.«
Er setzte den Fuß auf die Gartenschaufel, grub in die Erde und warf die dunkle Scholle auf. Da splitterte etwas unter dem Grabscheite, und es waren Scherben, die in der Erde lagen.
»Siehe da,« sprach er, »tönerne Scherben!«