„Sie sind ein Kind,“ sagte der Arzt sehr milde, „ein Kind, das gar nicht weiß, in welcher Gefahr es schwebt – und das uns allen sehr dankbar sein wird, wenn es einmal erwachsen sein wird und einsehen lernt, wovor wir es behütet haben.“
„Ich glaube, Sie sind im Irrtum!“ sagte Mette eiskalt. „Ich bin in keiner Gefahr. Und wenn, dann behüte ich mich selber.“
„Solange Sie nicht mündig sind, werden Sie schon unsere helfende Hand nicht zurückweisen dürfen.“
Das klang gütig, aber sehr bestimmt.
„Ich zweifle, daß Sie aus eigener Kraft den Entschluß aufbringen werden, sich von Ihrer Freundin zu trennen, unter deren Einfluß Sie stehen.“
Metten strömte das Blut jäh zum Herzen. Sie fühlte, daß sie weiß wurde wie Leinen.
„Was wissen Sie von meiner Freundin?“ fragte sie schroff. Der Atem drohte ihr zu versagen.
Der Arzt lächelte überlegen.
„Jedenfalls mehr als Sie.“
„Das bezweifle ich,“ unterbrach ihn Mette in einem harten und spöttischen Ton.