Olga machte sich los, sprang auf und lief durch das dunkle Zimmer bis nach dem Fenster.

„Olla,“ sagte Mette erschrocken und stand zögernd auf. „Was ist dir denn? Was hast du denn?“

Es kam keine Antwort. Mette ging ihr nach. Aber als sie ans Fenster kam und die Hand nach ihr streckte, lief Olga wie gejagt nach der Wand.

Sie stand in die Ecke gedrückt und Mette vertrat ihr den Weg.

Das schöne blasse Gesicht schimmerte unheimlich durch das Dunkel. In den angespannten Zügen lag Angst und Drohung zugleich, wie bei einem angeschossenen Tier, das sich umstellt sieht und sich verzweiflungsvoll zur Wehr setzt.

Mette erschrak vor dem Ausdruck des gepreßten Mundes, der dunkel lohenden Augen. Sie legte zaghaft die Hand auf Olgas über der Brust gekreuzte Arme.

Olga zuckte zusammen und drückte sich tiefer in die Ecke.

„Geh doch!“ sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen. „Laß mich doch in Ruh!“

„Du sollst nicht mit den nackten Füßen auf der bloßen Diele stehen,“ bat Mette, den Tränen nahe. „Du erkältest dich zu Tode. Ich will ja nichts, als daß du dich an den Ofen setzest. Dann kann ich mich ja auf den Korridor vor die Tür schlafen legen, oder ich kann mir ein anderes Zimmer geben lassen, oder ich kann aus dem Fenster springen. Aber komm aus der Ecke heraus, ich kann es nicht mehr mit ansehen.“

Sie faßte sie an beiden Schultern, aber Olga schüttelte ihre Hände von sich ab.