„Laß mich doch!“ sagte sie böse. „Siehst du denn nicht, daß du mich zu Tode marterst? Wie kann ein Mensch so wahnsinnig grausam sein?“
Die Stimme brach ihr, und ganz jählings stürzten die Tränen über ihr Gesicht.
Jetzt konnte sich Mette nicht mehr beherrschen. Auch ihre Augen liefen über.
„Ich verstehe dich nicht!“ sagte sie mit zitternden Lippen. „Wenn ich dir so zuwider bin, daß du mich nicht erträgst, warum bist du dann hier? Warum gibst du dich dann überhaupt mit mir ab? Man kann nicht einen Menschen gern haben, dessen Nähe einen derart quält! Ich weiß ja aber auch, warum du mich nicht leiden kannst!“
„Warum?“ fragte Olga erstaunt.
Mette schüttelte stumm den Kopf und kämpfte die Tränen hinunter.
„Warum soll ich dich nicht leiden können?“ forschte Olga drängender. „Antworte! Ich will das jetzt wissen.“
Mette vermied es immer noch, sie anzusehen.
„Weil ich dich zu sehr liebe!“ sagte sie bitter und traurig. „Es muß furchtbar sein, von einem Menschen geliebt zu werden, den man nicht liebt! Beinah ekelhaft!“
„Du Schaf,“ sagte Olga und strich ganz weich mit der Hand über Mettens Haar.