Mette lachte leise auf und schlang ihren Arm um Olga.
„Vom Skorpion!“ sagte sie zärtlich. „Und es gibt kein Gegengift als sein eigenes Gift. Das weißt du doch!“
Olga richtete sich auf und faltete die Hände über den hochgezogenen Knien. Die beiden schwarzen Flechten lagen wie zwei breite schwere Bänder auf dem weißen Hemd. Ihre Augen starrten geradeaus, und die weitgeöffnete Pupille überdunkelte die ganze Iris.
„O wunderliches Schicksal über mir!“ sagte sie mit einer leisen, tiefen, wie ein Cello klingenden Stimme.
„Als wär’ ich von dem Skorpion gestochen
Und hoffte Heilung durch dasselbe Tier. – Qui vivens laedit – morte medetur.“
Ein Ausdruck gewaltsamer, schmerzlicher und fast unheimlicher Energie trat in das weiße schöne Gesicht.
Mette erschrak, daß ihr der Herzschlag stockte. Sie hatte den Mut nicht, sie anzurühren, sie an sich zu reißen.
„Olla!“ rief sie mit einem leisen Klagelaut und streckte die Hände nach ihr.
Da trat wieder das mühevolle Lächeln um den blassen Mund.