Sie richtete sich auf und machte den Versuch zu einem Lächeln, das hochmütig und liebenswürdig sein sollte. Aber sie hatte das Gefühl dabei, als ob der Irrsinn in ihren verzerrten Muskeln tanze.

„Willst du um einen Wagen telephonieren, Onkel Jürgen?“ sagte sie.

„Seltsam,“ dachte sie dabei, „das ‚um‘ habe ich mir auch von Olga angewöhnt – hier sagt man ‚nach‘, glaube ich.“

„Ich bin zu müde zum Laufen.“

Dann ging sie nach der Tür. „Ich will mir nur meine Sachen holen – einen Augenblick!“

Sie ging in das Nebenzimmer, setzte sich vorm Spiegel den Hut auf, sehr sorgfältig, zog den Mantel an, suchte ihre Handtasche. Sie beeilte sich nicht. Sie hatte immer noch das törichte Gefühl, als müßte Olga jetzt hereinschlüpfen und ihr irgend etwas zuflüstern ... wo sie sich treffen wollten, wo sie hinschreiben sollte, wann sie ihr alles erklären wollte. Es kam niemand.

Als Mette ihre Handtasche aufmachte, fand sie ein Päckchen zusammengedrückter Geldscheine darin. Die waren noch von der Reise.

Sie nahm sie heraus und lachte bitter auf. Nun würde sie wohl nie mehr in die Versuchung kommen zu stehlen.

Nun würde sie wohl nie in ihrem Leben mehr Geld brauchen.

Sie hob die Hand und öffnete sie und ließ die Scheine über das zerwühlte Bett flattern.