Als sie in ihrem Zimmer den Hut in den Schrank legte, streifte ihre Hand das schwarze Kleid, das sie zu ihres Vaters Begräbnis getragen hatte. Einen Augenblick fühlte sie den Wunsch, es anzuziehen, das stumpfe Düster des Krepps an sich zu sehen, an sich zu fühlen.

Aber sie straffte sich auf. „Unsinn!“ sagte sie halblaut, biß die Zähne aufeinander und schloß den Schrank.

Sie ging in ihres Vaters Studierzimmer, setzte sich an den Schreibtisch und schrieb verschiedene Briefe, an den Rechtsanwalt, an die Bank.

Nach einer Weile kam das Mädchen herein:

„Das gnädige Fräulein läßt Fräulein Mette zu Tisch bitten.“

Mette hob den Kopf nicht.

„Sagen Sie dem gnädigen Fräulein, ich käme nicht zu Tisch, ich hätte schon gegessen. Aber ich lasse das gnädige Fräulein bitten, nach dem Essen herzukommen.“

Das Mädchen stand eine Weile mit offenem Mund in der Tür. Aber als Mette sich nicht rührte, nichts hinzufügte, nichts widerrief, nur weiter die Feder eilig über das Papier rascheln ließ, trollte sie davon.

Nach einer Weile erschien Tante Emilie, sichtlich unentschlossen, ob sie empört oder liebenswürdig sein sollte.

Mette legte die Feder aus der Hand und gab ihrem Stuhl eine leichte Wendung.