„Und ... und Alfred?“ fragte sie, mit vergeblichem Bemühen, eine süße rührende Weichheit in ihren scharfen Ton zu legen.
„Wie? Wer?“ Mette kniff die Augen zusammen, als müsse sie sich besinnen. „Ja so, nein, danke. Da brauchst du keinerlei Mitteilung zu machen. Ich werde alles Erforderliche selbst besorgen.“
„Mette!“ sagte Tante Emilie feierlich. „Wenn das dein seliger Vater wüßte! Ich habe dich von deinem ersten Tag an behütet und gepflegt, und zum Dank wird man so vor die Tür gesetzt ...“
Mette griff wieder nach dem Falzbein.
„Ich habe schon an Rosenbaum geschrieben, daß von meinem Vermögen fünfzigtausend Mark an dich übergehen. Mit dem, was du hast und mit dem, was dir von Vater kommt, kannst du dann ganz deiner Bequemlichkeit leben. Ich will morgen vormittag hingehen und ihm die nötigen Vollmachten geben.“
„Mette,“ sagte Tante Emilie mit gesteigertem Pathos. „Ich habe dich vor einem entsetzlichen Schicksal behütet. Das solltest du mir auf Knien danken!“
„Gewiß, gewiß,“ sagte Mette und verzerrte ein wenig den Mund. „Ich werde Rosenbaum schreiben: Hunderttausend.“
Da wandte sich Tante Emilie und rauschte hinaus.
Mette packte die Sachen in fieberhafter Eile, wie auf der Flucht. Sie arbeitete Tag und Nacht und ließ sich von niemandem helfen, auch von Peterchen nicht und von mir nicht.
Aber am Abend, als sie reiste, holten wir beide sie aus der Wohnung ab und brachten sie an die Bahn.