„Ach,“ seufzte Mette aufrichtig, „ich kenne so viele nicht, die ich kennen müßte.“
„Na,“ sagte Olga, „es wird so schlimm nicht sein. Die Königin Johanna kennen Sie doch?“
„Welche?“ fragte Mette ratlos. „Ich kenne nur die Erzählungen der Königin von Navarra ...“
„Die kennen Sie hoffentlich nicht!“ sagte Olga belustigt. „Im übrigen war das eine Margarete. Aber die Sforza kennen Sie doch?“ Sie fragte so zart, so zuredend, als spräche sie zu einem Kinde, dem man nicht wehtun will.
„Ich weiß nicht ... nein ... ja ...“
„Na, was wissen Sie von ihnen?“
„Nichts“ – sagte Mette verstört –, „nur das Bild von Rubens – das kleine Mädchen mit der Leberwurst ...“
Olga horchte einen Augenblick mit hochgezogenen Brauen, als dächte sie nach. Dann lachte sie laut und lustig, so lustig, wie Mette sie noch nie hatte lachen hören. Aber merkwürdigerweise tat diese Lustigkeit Metten nicht weh, obgleich sie sich über ihre eigene Unempfindlichkeit wunderte. Es war so hübsch, Olga Radó so herzlich lachen zu sehen. Auch dann, wenn man selber ausgelacht wurde.
„Mädchen!“ rief Olga immer noch lachend. „Wie sieht das in deinem Gehirn aus! Ach! Da möcht ich einmal Ordnung schaffen!“
„Tun Sie das!“ sagte Mette glühend. „Bitte, bitte, tun Sie das!“