„Ja,“ sagte Olga. „Das ist mein Morseapparat. Nach langjähriger Erfahrung der beste. Was soll ich nehmen? Das Tintenfaß geht doch nicht gut. Ein Buch gibt keinen Schall, wär’ mir auch zu schade ...“

Währenddessen klopfte es an die Tür.

„Ja, ja, ja!“ rief Olga.

Die Tür wurde nur halb geöffnet, und ein blonder Männerkopf schob sich durch den Spalt.

„Ah, Besuch?!“ sagte eine hohe, dünne, heisere und trotzdem nicht unangenehme Stimme.

„Komm rein, Peterchen,“ sagte Olga, „es ist nur die Mette.“

Das Wort gab Metten ein großes Glücksgefühl. Es gab ihr eine gewisse Heimatsberechtigung in diesem Zimmer, wo nur geduldet zu sein, schon Stolz und Freude war.

Der kleine Mann, der seinen zarten und verwachsenen Körper durch die Tür schob, kannte sie, wußte ihren Vornamen, wußte, daß sie „nur“ die Mette war – das war keine Beleidigung in diesem Falle, sondern eine Erhöhung. „Nur die Mette“ – das hieß: kein Besuch, niemand Fremdes, jemand, der dazugehört, der nicht störend wirkt – es ist so gut, als ob ich allein bin.

Mettens ganze Sympathien flogen dem kleinen Mann entgegen. Vielleicht, wenn es ein stattlicher, schöner Mensch gewesen wäre, hätte sie sich in einem Gefühl der Eifersucht gegen ihn gewehrt. Aber er war nichts weniger als schön, trotz seiner sanften blauen Augen und seiner feinen gepflegten Hände.

Mette liebte ihn vom ersten Augenblick an, wie sie den Zigarrenhändler an der Ecke liebte, mit einer fast zärtlichen Liebe.