„Richtig, die kannst du ja auch nicht leiden!“
„Kann ich auch nicht, Peterchen, und wenn du mir den Kopf abreißt. Ich weiß nicht, woran es liegt. Irgend etwas an ihr macht auf mich immer den Eindruck von ‚Biederkeit‘. Und du weißt, das ist eine Eigenschaft, die ich in den Tod nicht ausstehen kann. Schon diese ewige Alte-Herren-Liebe. Nein, nein, geh mir mit ihr, ich mag sie nicht.“
„Olga, wie kannst du über diese Frau so leichtfertig urteilen?“
„Diese Frau! Sag’ nur noch, diese vortreffliche Frau. Mit dem Wort kannst du sie mir ganz gewiß verekeln. Und es paßt eben leider ein bißchen auf sie. Herrgott! Man kann doch seine Gefühle nicht zwingen. Sie hätte mich wahrscheinlich auch nicht leiden können. Und das fühl’ ich so.“
„Aber Bettine hätte dich wahrscheinlich glühend geliebt.“
„Vielleicht! Aber daß ich Bettinen so hasse, das hat ja auch noch eine besondere Bewandtnis.“
„Du bist eifersüchtig auf sie!“ sagte Petermann sehr leise.
Olga fuhr mit einer fast heftigen Bewegung herum. Ihre Augen flackerten in dem weißen Gesicht.
„Ja, ich bin auch eifersüchtig auf sie!“
„Wegen der Günderode!“