Mette schämte sich maßlos. Irgend etwas in ihr kroch ganz in sich zusammen. Sie hätte sich so gern äußerlich auch zusammengezogen, sich geduckt, das Gesicht versteckt. Aber sie wagte nicht, sich zu rühren. Sie wollte nicht durch eine Bewegung Aufmerksamkeit erregen. Vielleicht war Olga mit ihren Gedanken weit fort und achtete nicht auf sie.

Die Tränen fielen ihr auf die Hände. Sie wagte nicht, sie abzutrocknen.

Plötzlich schreckte sie zusammen. Sie hörte den Diwan knarren, ein leises Rauschen der Röcke. Olga war aufgestanden.

Jetzt sagte eine unendlich weiche, leise Stimme neben ihr:

„Mette, Kind! Warum weinst du eigentlich?“

Mette sah nicht auf, sondern senkte den Kopf noch tiefer.

Da kniete Olga mit einer raschen Bewegung nieder, wie man vor einem weinenden Kinde kniet und versuchte von unten herauf ihr ins Gesicht zu sehen.

„Warum weinst du eigentlich?“

Mette sah das schöne Gesicht vor sich durch einen Schleier von stürzendem Wasser. Sie lächelte.

„Ich weiß nicht!“ sagte sie.