Als die Tür ging, wandte sie den Kopf ein wenig unwillig, mit zusammengezogenen Brauen. Das Erkennen lief wie ein heller Schein über ihr Gesicht.
„Mette!“ sagte sie. „Bist du wieder da? Wo kommst du her? Was willst du hier?“
Mette riß das Papier von den Blumen, warf es in den Papierkorb und legte die Rosen auf den Schreibtisch.
„Was ich will?“ sagte sie währenddessen, ohne die Augen von ihrer Beschäftigung aufzuheben. „Dich besuchen. Sehen, wie es dir geht. Aber wenn es dir nicht paßt, kann ich ja wieder gehen.“
„Nein!“ Olga streckte mit einer raschen und fast heftigen Bewegung die Hand nach ihr aus. Mette legte ihre Finger hinein, die Olga fest umschloß. „Aber – gerufen habe ich dich nicht!“
Sie sah zu Metten auf, mit dem seltsam zwingenden und fast drohenden Ausdruck in Stirn und Augen.
„Ich weiß es,“ sagte Mette mit einem bitteren Lächeln. „Es wäre dir auch nicht eingefallen, mich zu rufen. Ich habe selber das Gefühl, daß ich aufdringlich bin. Du brauchst es mir gar nicht so deutlich zu sagen.“
Sie wollte ihre Hand zurückziehen, aber Olga hielt sie fest und lächelte.
„Kind,“ sagte sie, „Mädelchen! Ich freue mich doch! Mehr als du annimmst. Ich glaube, wenn du wüßtest, wie ich mich freue – dann würdest du ganz eingebildet werden. Aber gerufen habe ich dich doch nicht.“
„Ja,“ sagte Mette beinah ungeduldig, „ich weiß nicht, warum du solches Gewicht auf diese Feststellung legst.“