„Aber ich weiß es,“ sagte Olga ruhig. „Du sollst mir niemals vorwerfen können, ich wäre egoistisch gewesen.“

„So,“ sagte Mette, „das ist ja heiter. Damit dich nicht irgendwann ein Vorwurf treffen kann – ich wüßte nebenbei nicht wann – darum läßt du mich sterben und verderben und kümmerst dich nicht um mich! Oh, bist du egoistisch!“

Olga lachte. „Ich geb’ es auf. Es kommt ja doch alles auf mich. So oder so. Also tragen wir, was wir tragen können, solange wir aufrecht gehen. Es ist herbstlich heut’ draußen.“

Sie schloß die Augen und zog fröstelnd die Schultern zusammen.

„Es ist gut, daß du da bist. Steck den Samowar an und mach uns Tee, Mettulein. Und wir wollen Peterchen rufen, daß er kommt und uns was vorspielt.“ – – –

Als Mette ins Zimmer trat, saß Olga auf dem Diwan, die Ellbogen auf den Knien, das Gesicht in die Hände gelegt.

„Gott, siehst du tiefsinnig aus!“ rief Mette. „Denkst du über die Unsterblichkeit der Maikäfer nach?“

„Ja!“ Olga hob mit einem Ruck den Kopf. „Und ich meine, daß das das einzige ist, was noch das Nachdenken lohnt! Sag’, hast du noch nie darüber nachgedacht?“

„Nein!“ lachte Mette. „Ganz gewiß nicht.“

„Dann ist es Zeit, daß du anfängst, darüber nachzudenken!“ sagte Olga sehr ernst.