Und Mette saß ganz still und fühlte seltsam wehe Lust und süße Traurigkeit und horchte, wie in einem Traum befangen, auf das harte Pochen ihres Blutes. – – –

Die fremden und seltsamen Begebenheiten mehrten sich.

Eines Tages tauchte plötzlich Onkel Jürgen in Berlin auf. Mette hatte für Onkel Jürgen immer eine besondere Vorliebe gehabt. Es war eigentlich der einzige unter ihren Verwandten, der durch seine stattliche und vornehme Erscheinung, seine betont männliche Haltung und einen gewissen sachlichen Ernst ihr gefiel, und ihr sogar Achtung abnötigte.

Er begrüßte Mette auf eine merkwürdige Art, mit einer gewollten Liebenswürdigkeit, die zu sagen schien: ich tue ganz harmlos, du brauchst ja nicht gleich zu merken, weshalb ich hier bin, und was ich gegen dich habe.

In Mettens feinem Gefühl wurde sofort ein Mißtrauen rege.

Es steigerte sich, als sie das Knacken des Schlüssels vernahm, nachdem die drei – Vater, Tante Emilie und Onkel Jürgen – sich in das Studierzimmer zurückgezogen hatten.

Sie schlossen sich ein? Was hatte das zu bedeuten? Galt das den Dienstboten oder galt das ihr?

Sie hatte noch nie Interesse für die Verhandlungen ihrer Familie gehabt. Aber das leise Geräusch des Schließens hatte eine unbehagliche Neugier in ihr erweckt. Sie streifte ein paarmal dicht an der Tür vorüber. Aber sie hörte nur ein undeutliches Gemurmel. Es war kein Zweifel, sie flüsterten darin.

Mette sehnte sich danach, aus der bedrückenden und unfreundlichen Luft des Hauses fortzukommen.

Nach dem Essen – bei welchem nur Onkel Jürgen sprach, und in lauten und wohlgesetzten Worten die Schönheiten der kleinen Stadt und die Tugenden seiner Kinder pries – wagte Mette endlich die Frage: