»O ja, o ja!«
Gegen all diese Argumente war es unmöglich, länger standzuhalten, und noch zur selben Stunde wurde der Plan für die »himmlische« Ferienreise ganz festgesetzt.
»Mutti,« rief es am späten Abend aus Kätes Kammer, »bitte, setz dich noch eine Minute auf mein Bett! Sag mal, wie ist das eigentlich mit Hanni? Man merkt doch im Grunde, wenn sie da ist, gar nicht so arg viel von ihr, nicht?«
»Nein, hören tut man meistens nur dich!«
»Mutti, wirklich? Ich will auch anders werden! – Aber, weißt du, es liegt so etwas in der Luft bei Hanni! Wo sie ist, da ist es immer nett; keiner mag eklig sein, wenn sie ihn so fragend ansieht. Und wenn sie weggeht, fühlt man etwas, als wenn der Sonnenschein schwindet!«
Als die todmüde junge Frau sich endlich auch zur Ruhe legen wollte, schreckte erregtes Rufen aus Ernsts Bett sie auf: »Er will nicht stehen! – Halt, halt! – O weh, der Pony rennt mir weg!« Der Schweiß perlte auf seiner Stirn. Mit weicher Hand strich sie die blonden Haare zurück und knöpfte das Hemdchen über dem heftig klopfenden Herzen zu. »Muß denn alles, auch die Freude, nur dazu dienen, unsere Unruhe zu mehren?«
Als sie an dem breiten Gitterbettchen der Zwillinge vorbeikam, zog ein heller Schein über ihr müdes Gesicht. Wie zwei rote Äpfel lagen die süßen Köpfchen einander zugekehrt auf den runden, rosigen Ärmchen. Die beiden schliefen in seligem Vergessen all dem noch unbekannten Glück entgegen.
***
»Na, Lisbeth, ist die Petersilie verhagelt?« fragte am nächsten Morgen der Major gutmütig, als das Stubenmädchen mit rotverweinten Augen den Tee brachte. – Verstört stürzte sie aus dem Zimmer, um neue Tränen zu verbergen.
»Ja, was hat denn die für Jammer?« wandte er sich nun an Hanni.