Rasch ging jeder seines Weges. – Viel Worte zu machen, liegt dem richtigen Mecklenburger nicht, zumal wenn ihm das Wasser bis an die Kehle geht.
Aber der Rittmeister reckte sich auf, als er merkte, daß er ebenso gebeugt hinging wie sein Vorknecht. Nein, das durfte nicht sein! Gott würde ja helfen.
Als dann der kleine, schwarze Sarg aus dem Herrenhaus herausgetragen wurde, war es, als seien all die großen, hellen Räume eiskalt und dunkel – mitten im Sommer. Alle Leute sahen völlig verstört aus, und der Hausherr fühlte sich wie betäubt. Er wußte später nicht, wie diese Tage herumgegangen. Das erste, was ihm in Erinnerung wieder deutlich vor Augen stand, war, wie er neben Hinrich Kurt, dessen Haare grau geworden, hinter einem Sarge herging. Die vergrämte junge Tagelöhnerfrau war ihren vier Lieblingen gefolgt.
Es war nie Sitte gewesen, daß der Herr sich einem Leichenzuge in seinem Dorfe anschloß. Er hatte es sich auch gar nicht weiter überlegt, – es schien ihm so natürlich. Ihm selber war noch sein geliebtes Weib geblieben – und doch auch seine süße, kleine Hanni, die eben so arglos allein im Sande spielte. – Dieser arme Mensch hatte alles verloren.
Auf dem Wege hatten beide kein Wort gesprochen. Als sie aus dem Kirchhofstor traten, sagte der Rittmeister: »Hinrich, dei Gang wir surer, als dei Dag vör Gravelotte, as uns de Kugeln üm den Kopp susten!«
»Ja, Herr!«
»Öwer Gott hätt uns donmals hulpen, hei lewt nu ok noch!«
»Ja, wenn de Herr dat hüt seggt, wo lütt Hans begraben is, möt ik’t woll glöben – letzt künn ik’t nich!«
Am anderen Tage trat der Vorknecht an seinen Herrn heran, was sonst ungerufen nicht geschah. »Herr, ik meint so« –
»Wat meinst du, Hinrich?«