»Sicher, Kind. Mit Begeisterung unsere Dichter zusammen studieren, das wird herrlich sein! Aber mit den Aufsätzen gebe ich mich nicht ab! Da haben die Herren Schulmänner allerhand Grundsätze, die ich gar nicht teilen kann. Das kann Herr Pastor besorgen.«

»Himmel, wird das eine Gelehrsamkeit,« seufzte der Major; »ich muß dann wohl zufrieden sein, wenn ich am Sonntag noch einen Zipfel von euch erwische?«

»O nein, Vater, zum Spazierengehen oder besser -fahren ist immer noch Zeit. Du wirst sehen, es wird herrlich! – Sag mal, Tante Ida, ist die Klara – oder wie sagtest du? – nett?«

»Ein allerliebstes Mädchen. Ihr werdet euch sicher anfreunden!«

»Ja, dann müßten wir dieser Tage einmal hinüberfahren, Pastors zu begrüßen, bevor wir sie Sonntag in der Kirche sehen. Und am Sonnabend fahren wir zu meinem alten Freunde Rantzau nach Buchdorf, und sehen, wie es dort geht. – Damit wären denn wohl die äußeren Angelegenheiten in Ordnung. Jetzt halte ich das Stillsitzen nicht länger aus. Auf Wiedersehen zu Mittag!«

Man sah ihm an, mit wie innerlichster Befriedigung er sich an die Arbeit begab, die ihm von Kind auf die allerliebste gewesen war. Und auch Frau Gerloff ließ sich von ihrer Schwägerin herumführen. Sie war in der Stadt geboren und erzogen und wußte gut, daß es viel zu lernen gab, bevor sie sich in diesen großen, musterhaft geordneten Haushalt hineinfinden würde. Mehr als einmal sagte sie mit Herzlichkeit: »Ein Glück, Ida, daß dein Altenteil nicht weit ab ist und daß du die Ruhe noch nicht absolut brauchst! Einstweilen wirst du noch sehr oft raten müssen und sagen, wie alles sein soll!«

»Das tue ich auch herzlich gern. Aber du wirst sehen, Mamsell ist eine tüchtige Person, von der du viel Hilfe haben kannst. Und die Mädchen sind auch recht ordentlich.«

»Ja, und du versprichst mir, dein Auge über allem zu behalten und mir ehrlich zu sagen, wo etwas fehlt. Dann wird es schon gehen.«

Die beiden schüttelten sich herzlich die Hände. Es ist auch nie ein Schatten auf ihre gemeinsame Arbeit gefallen.