»Und nun bringt geschwind alle meine Vorräte herbei, ich werde nach Verdienst und Würdigkeit austeilen.«
Ein lustigeres, herrlicheres Mahl hatte keiner der Teilnehmer erlebt. Auch der kleine Ponyführer und Pastors Knecht, die abseits am See saßen und dem grasenden Pferdchen zusahen, bekamen ihr Teil. Ernst wurde nicht müde, ihnen besondere Leckerbissen zuzutragen.
»Weh, daß wir scheiden müssen!« dachte manches von den jungen Herzen, als zum Abmarsch geblasen wurde. Da fiel Hanni etwas ein. »Hört, was wir tun könnten: diese kurzen acht Tage, die uns nur noch bleiben, müssen wir recht ausnutzen. Wollen wir nicht jeden Nachmittag hier im Walde zusammenkommen? Es war so hübsch, als Herr Schack erst beim Pfänderauslösen die Ballade aufsagte. Nun, meine ich, wir Mädels brächten unsere Handarbeit mit, und ihr Jungen – –«
»Halt, das lassen wir Kadetten uns zur Not noch gefallen! Aber sind Studenten auch noch Jungen?« warf Erich Rantzau lachend und neckend dazwischen.
»Ach, so genau nehmen wir’s doch nicht!« meinte Hanni etwas verlegen; »es war nur so im ganzen gemeint! Ich dächte, ihr alle sagt uns etwas Hübsches auf oder lest es vor, einer nach dem anderen. Jeder muß etwas bereit haben!«
»Großartiger Gedanke!« rief Felix begeistert. »Sind auch eigene Werke erlaubt?«
»Selbstverständlich – höchstens wird man ausgelacht, wenn es Kohl ist!«
»Also, alle kommen, und um vier Uhr, wie heute, ja? Wir wollen gleich um Erlaubnis bitten. – Klärchen, du wirst doch auch dürfen?«
Klärchen sah ein wenig bedenklich aus. »Mutter hat ja jetzt arg viel mit dem Obst und dem Garten zu tun, aber wenn es geht, läßt sie mich sicher weg!«
Karl hatte die kleine Unterredung gehört. »Das werden wir schon kriegen, Kläre! Es wird zu fein!«