Sie konnte nichts erwidern. Wenn zuviel Eindrücke auf sie einstürmten, so zog etwas wie ein Krampf ihre Kehle zusammen und ihre sonst so lachenden blauen Augen sahen dunkel aus.

Alle waren von der Schönheit des eben Gehörten berührt, wenn auch die meisten sie noch nicht ganz verstehen konnten, und still trat man den Heimweg an.

»Jetzt erst fällt mir ein, daß Oda wieder nicht dabei war,« sagte Hanni, die solange schweigend vorangegangen war, zu Käte, als sie vom Feldweg aus das weiße Parktor öffneten. »Du saßest neben Gertrud; hat sie etwas darüber gesagt? Daß Oda neulich nicht mit tanzen durfte, wunderte mich nicht weiter, und die Waldpartie war ja auch anstrengender, aber diesen kleinen Weg hätte sie doch wohl mitmachen können?«

»Sie muß doch gar zu schwach sein! Gertrud sagte, sie hätte den ganzen Tag in der Hängematte gelegen; aber vergnügt sei sie doch, hätte Appetit und lachte alle aus, die sich um sie sorgen wollten.«

9. Kapitel.
Das Wetter muß weggetanzt werden.

Jeder folgende Tag lief schneller als sein Vorgänger. Freitag sollte die letzte Zusammenkunft im Walde sein, denn für Sonnabend war die Abreise unwiderruflich festgesetzt. Aber als wenn der Himmel über den allgemeinen Trennungsschmerz mitweinen müßte, so bezog er sich am Donnerstagabend dick und grau, nachdem er vier Wochen unablässig gestrahlt und allen Kindern die Meinung beigebracht hatte, in Schönfelde sei immer Sonnenschein.

Am Freitagmorgen strömte ein trostloser Landregen unaufhaltsam nieder. Die Hühner, die beim Gewitterregen die Flucht ergreifen, merkten wohl, daß es heute kein Aufhören gab. Mit greulich struppigem Gefieder gingen sie ihrer Nahrung nach, nur ab und an das Übermaß der Nässe ärgerlich abschüttelnd.

Die Erntewagen, die sonst so lustig knatternd vom Hofe rollten, standen langweilig und triefend in langer Reihe da. Einzelne Knechte schlenderten nachlässig von einem Gebäude zum anderen; was man heute schaffen konnte, wurde auch ohne Übereilung fertig.