Besinnung kriegte ich erst wieder, als mich zu Hause all die festlichen Gratulanten umringten.

Bei Euch auf dem Lande wird das alles stiller und einfacher zugehen! Wenn ich mir solche kleine Dorfkirche vorstelle!!! Schreib mir doch mal, ob es nett gewesen. Bis dahin auf Wiedersehen. Deine Lena Wallis.«

»Ich werde mich hüten, dir wieder zu schreiben,« rief Hanni, indem sie diesen Brief ärgerlich aus der Hand warf. »Nein, wirklich, was zu viel ist, ist zu viel. An der ist Hopfen und Malz verloren!«

Als dann ihre Mutter ins Zimmer trat, schloß sie diese stürmisch in die Arme. »Mutti, womit soll ich es je verdienen, daß ich es von allen am schönsten habe – so immer mit euch zusammen, nichts als Liebe um mich her. Ich kann dir nicht sagen, wie glücklich ich bin!«

»Damit, daß du das so tief empfindest, beglückst du auch uns, mein Liebling. Und deinen Dank gegen Gott kannst du beweisen durch sehr, sehr viel Liebe zu deinen Mitmenschen! Er wird dir das ›Wie‹ immer zeigen, wenn du ihm nahe bleibst.«

16. Kapitel.
Über den hohen Bergen.

In stiller, fleißiger Arbeit verging der Frühling für Käte und ihre Mitschülerinnen. Da kam ein Brief aus Schönfelde, der sie völlig aus dem Gleichgewicht brachte. Hanni schrieb:

»Käte, Käte, setze Dich fest hin, damit du nicht umfällst! Wer hätte geahnt, daß meine kühnsten Träume, die Welt zu sehen, so in Erfüllung gehen würden. Mir fehlen die Worte, Dir alles zu schildern, aber hoffentlich kann es bald, in vier Wochen, mündlich geschehen.