Also höre: Der Doktor sagte, Mutti solle noch einmal etwas Ernstliches für ihre Gesundheit tun. Am besten schiene ihm jetzt Hochgebirgsluft. Aber Ruhe und häusliche Bequemlichkeit müßte sie dabei haben. ›Das ist schwer zu vereinen,‹ meinte Vater. Aber Tante Ida wußte Rat. ›Erinnert ihr euch nicht, wie sehr die liebe Arnim immer von dem Hospiz da unten in Bayern schwärmte? Das denke ich mir für Else so recht passend.‹

Vater war sehr bei der Sache, denn die Eltern sind auf ihrer Hochzeitsreise in Partenkirchen gewesen und wurden ganz warm bei der Erinnerung. In der Nähe, aber höher, liegt Tante Idas Hospiz.

Es wurde hin und her beraten, und Mutter versicherte: ›Auf dieses Alleinsein vom vorigen Jahre lasse ich mich aber nicht wieder ein. Laßt Hanni doch mitkommen.‹ Mir stand das Herz still! In die Alpen, Käte!

Vater sagte lachend: ›Mich willst du wohl nicht? Na, dann hilft’s nicht. Ich wäre sonst gar nicht abgeneigt gewesen, den Rucksack wieder einmal aufzuschnallen wie vor zwanzig Jahren.‹

Mutti war ganz rot vor Freude und Überraschung, als Vater erklärte, er hoffe, den alten Inspektor Harder zur Aushilfe zu bekommen, und dann könne er ruhig mitreisen. Es gab einen Jubel sondergleichen. Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Den Eltern kam es in den Sinn, ich möchte mich etwas verlassen fühlen, wenn sie dann immer miteinander wären. Und nun kommt der Knalleffekt:

Sie bitten Deine Mutter, Dich als zweite Tochter mitnehmen zu dürfen. Da es uns auf den Tag nicht ankommt, können wir die Abreise nach Deinen Ferien einrichten. Aus Bayern ist inzwischen Nachricht gekommen, daß alles sich verhält, wie die Eltern wünschen, und daß Zimmer für uns zu haben sind.

Und Deine Mutter mit den drei Jungen erbittet Tante Ida sich als Trösteinsamkeit.

O Käte, kneife Deine Daumen, daß nichts dazwischen kommt. Ich sehe uns beide bereits jodelnd mit Alpstöcken den Gemsen nachklettern.

Vater ist ganz ausgelassen, wenn wir unsere Pläne machen. Er läßt Dir folgendes sagen: