Das wird nun leider, leider nichts werden wegen des steinigen Grundes. Aber das Häuschen, das Schloß und die Herrschaft sind heute noch da, wie ich erzählt, – wahr und wahrhaftig. Sie alle können nachsuchen, und wer es findet im grünen Fichtelgebirge, wird sicher ebenso freundlich beherbergt wie der verirrte Student.«
21. Kapitel.
Der Ludwigstag und seine Folgen.
»Übermorgen ist Ludwigstag. Wenn es dann noch solch ein Wetter ist, müssen wir, statt das Feuer auf den Bergen anzuzünden, drinnen eine Feier veranstalten!« schlug eines Vormittags der Mediziner vor.
»Wie denken Sie sich das?« fragte Felix, dessen Phantasie und Erfindungskraft nicht hervorragend war.
»O, sehr einfach! Wir dichten ein kleines Festspiel zusammen: Ein paar junge Bauern und Mädchen kommen mit Blumen und Versen, den guten König Ludwig zu feiern. Da sie tief aus dem Gebirge kommen, so erscheint dies stattliche Haus hier auf der Wiese ihnen wie ein Schloß, in dem sie den König suchen, und da er nicht vorhanden, so wenden sie sich mit ihren Huldigungen an unseren verehrten Hausherrn. So ungefähr dächte ich mir’s.«
»Herr Eisen ist großartig! Nie um einen Rat verlegen!« rief Käte. »Der Gedanke ist ganz famos, aber wer faßt ihn am besten in Verse?«
»Vor allen Dingen am schnellsten?« warf Hanni ein. »Erst dichten, dann lernen, dann einüben? Da ist nicht viel Zeit zu verlieren!«
»Bis übermorgen abend! Drei ganze Tage! Das ist ja noch eine Ewigkeit. Bis heute abend müßte ein ungefährer Entwurf fertig sein. Ich glaube, Herr Schack muß es übernehmen.«