Wie dankte ich ihm das Wort, heute noch tue ich es.

Das Kind machte große Augen. »So jemand weiß ich nicht. – Oder – die Mutter?«

»Nein, Liesekind, die Mutter kann erst nach dem Feste kommen; es ist jemand anderes.«

Es war ein schweres Stück, ich begriff es wohl. Sollte ich leise hinausgehen und mein Elend mitnehmen? Aber ich konnte es nicht. Sie starb noch heute, die Schwester hatte es gesagt, und ich sah es auch wohl. Sie durfte nicht so fortgehen, nicht so.

Da faßte der kleine Mann beide Hände des kranken Kindes und sagte: »Sei lieb, Kind, es ist einer – ich, ich bin ihm so bös gewesen, aber er dauert mich jetzt so.«

Da ging ein angstvolles Erschrecken über das Kindergesicht: »Er?«

Das war eine harte Strafe, daß ich das sehen mußte.

»Ja, Kind, aber er glaubt es Dir jetzt, es tut ihm –«

Ich wartete nicht länger, ich konnte es nicht mehr, ich trat an das Bett, um aus dem Munde dieses Kindes einen Trost oder eine schwere, schwere Last zu empfangen.

»Verzeih mir, Elisabeth.« Ich wußte sonst nichts zu sagen.