Sie setzte immer noch wie einst ihre Fußstapfen neben die ihres Kindheitskameraden. Geistig und körperlich war sie stark und frisch.

Er blieb behaglich auf der Wasserbank sitzen.

„Du mußt dir vorher die Hände waschen, sonst teigst du mich ganz und gar ein. Nachher. Du zwingst mich nicht nieder, bilde dir nichts ein.“

Die Rektorin Cabisius wäre nicht besonders hoffnungsvoll für das Gelingen des Weißbrots gewesen, wenn sie gesehen hätte, wie das nun ging. Eins, zwei, drei, Laibe geformt, in die Körbe gesetzt.

„Was sagst du, Marie? Nicht genug durchgeknetet? Ist nicht möglich. Denk’ einmal, als Sarah Kuchen buk, damals im Hain Mamre, da saßen die drei Männer schon und warteten aufs Essen. Wenn die hätte eine Stunde lang Teig kneten wollen! Ich bin überzeugt, daß die Kuchen gut wurden und daß das Weißbrot vorzüglich wird.

Schüttle den Kopf nicht so bedenklich, du bist nicht so viel älter als ich!“

Marie war das Mädchen. Sie stand an der Spülbank und warf hie und da einen Blick hier herüber. Achtzehn war sie, klein, rund und rotbackig, mit lustigen, braunen Augen; eins davon schielte, aber das sah immer nach einer Schelmerei aus. Es konnte ihr einerlei sein mit dem Brot, aber sie war dennoch überzeugt, daß es nicht genug durchgeknetet sei.

„So, jetzt komm,“ sagte Gertrud, „du bist doch wohl nicht zu gediegen für so etwas?“

Da warf Georg den Kopf zurück und reckte die Arme: „Komm.“ Es wurde aber nicht entschieden, wer stärker sei, denn sie warfen richtig das eine, volle Wassergefäß um.

„Es ist zu nah am Rand gestanden,“ sagte Gertrud, „es kippte gleich um.“ Dann half sie, den Küchenboden aufzutrocknen.