Ja, das hoffte sie auch. Es sollte sie freuen. Sie war nicht im mindesten befangen oder schüchtern, sie, die nie sonst in Gesellschaft kam.
„Ach, Großvater, ich wollte, ich wäre einer von diesen.“ Sie hing sich an seinen Arm. „Sind sie nicht glücklich?“
„O, Kind.“ Er strich ihr sachte über das Haar. Warum mußte ein Becher voll bittern Leides auf sie warten, da sich ihr Herz so willig jeglicher Freude erschloß? Er sah es kommen, daß sie von diesem Fest nicht so fröhlich heimging, wie sie gekommen war. Aber er hatte keine Macht, irgend etwas zu verhindern, was geschehen sollte. Er wußte, daß man das nicht konnte. Gott allein wußte, wie der Menschen Wege gehen sollten; er wußte, wo sie irren und sich täuschen und sich vergebliche Mühe machen mußten.
„Es muß ein Sinn in dem allem liegen, den wir nicht verstehen. Das Leben ist wie ein Gewebe, dessen Rückseite so verworren aussieht. Und alles, was wir tun können, ist: zu vertrauen, daß es von vorne klar und schön sei und daß der Weber keinen Webfehler machen werde.“
„Ja,“ schloß er sein Selbstgespräch, „und vielleicht wird es uns eines Tags von vorne gezeigt.“
Das letzte hatte er halblaut gesagt.
„Großvater, was willst du von vorne sehen?“
Gertrud machte ein fragendes Gesicht.
Aber nun bekam sie keine Antwort.
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